St.-Salvatoris-Kirche

Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens - - John Steinbeck
Foto:HM - Elbsandsteingebirge,Bastei
Es ist genug
Von der Freizeit eines Chriustenmenschen
Es ist genug! Versuchen Sie ein-mal, diesen Satz unterschiedlich zu betonen: Ärgerlich, im Sinne von "Mir reicht's!" oder mit gelassenem "Es reicht." Je nach Tonfall kann es eine Problemanzeige oder das Ergebnis einer erfolgreichen Such-bewegung sein.

Foto:HM - Frauenkirche Dresden im Sommer
Wenn jetzt der Sommer naht, dann freuen sich viele auf Schulferien, auf freie Zeit und Urlaub. Ob wir in dieser Zeit zuhause bleiben oder in die Ferne schweifen - da soll Zeit sein zur Erholung und Leichtigkeit und auch zum Lassen. Mir scheint, dass wir genau dies in unseren Zeit wieder neu Lernen müssen. Ich sehe viele, die im Beruf wachsenden Forderungen aus-gesetzt sind: "Ich bin an meine Grenzen gekommen; mehr geht nicht." Ich sehe Schülerinnen und Schüler, die zunehmendem Stress und Leistungsdruck unterliegen: "Ich kann nicht, ich muss noch." In der Krise wird das Wachstum beschworen, und gemeint ist, dass immer weniger immer mehr leisten sollen. Auch in der Kirche finde ich dieses Verhaltensmuster wieder. Wie leben wir die Balance von Her-geben und Kraft schöpfen? Schaf-fen wir es, vor dem "Machen" ein "Besinnen" einzulegen und nach dem Besinnen auch ein "Lassen"?

Foto:HM - Schloss Pillnitz bei Dresden im Sommer
Im Artikel 4 der Confession Au-gustana, der lutherischen Bekenntnisschrift von 1530, ist das Zentrum unseres Glaubens ausge-drückt: "Weiter wird gelehrt, dass wir Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit vor Gott nicht durch unser Verdienst, Werk und Genugtuung erlangen können, sondern dass wir Vergebung der Sünde bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnade um Christi willen durch den Glauben." Ich denke, dieses Hauptstück unseres Glaubens ist gründlich in Vergessenheit geraten. Das Credo lautet vielerorts: "Das muss ich noch machen", "warum geht das bei mir nicht, wo's doch bei ande-ren läuft?", "wir genügen nicht". Über mehr ,Tun' und mehr. Haben' wird versucht, mehr zu ,sein', gut dazustehen, vor sich selbst, vor anderen und - das ist meine Ver-mutung - im tiefsten Grund auch vor Gott. Ich weiß selbst, wie schwer es ist, sich dagegen zu stemmen.
Dorothee Sölle hat auf dem Kir-chentag 1997 ,Gnade' so definiert: "Gnade heißt nicht siegen müssen". Wir müssen nicht siegen. Wir müs-sen nicht über immer mehr machen immer mehr sein wollen: Vor uns selbst, vor anderen und vor Gott. Wir können aufhören uns gegensei-tig anzutreiben und zu beschleuni-gen. Das wäre gelebte Rechtferti-gung. So könnte aus dem Seufzer unter Druck "Es ist genug. Mir reicht's!" ein entspanntes Gesicht und ein erlöster Satz werden: "Es ist genug. Es reicht."

Foto:HM - Dom zu Meissen
Wachstum heißt dann: Gesätes bringt Frucht. In der Bibel sagt Jesus dazu: Der Same geht auf, während der Sämann schlaft. "Von selbst bringt die Erde Frucht" (Markus 4,28). Beides gehört zusam-men. Die Anstrengung und das (Wachsen) lassen. Ich wünsche uns, dass wir das in diesen Sommermonaten leben und erleben können, die Rechtfertigung aus Gnade entdecken und einüben.
Ihnen und euch allen eine schöne und gesegnete Sommerzeit wünscht
Ihr und euer Pastor
Christian Kühne




Neue Öffnungszeiten beim Diakonie-Lädchen - Es hat sich herausgestellt, dass mehr Öffnungstermine am Nachmittag erforderlich sind,
um die „Kundschaft“ besser zu erreichen. Deshalb haben Frau Neumann und Frau Krause schnell reagiert und neue Zeiten eingeführt:
Donnerstag: 10 – 12 Uhr und 15 – 18 Uhr , Freitag: 15 – 18 Uhr , An der Marktkirche 3, Eingang von der Schulstraße