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Wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag
ist der Maler Werner Tübke gestorben. Seine Witwe teilte
mit, dass er am Donnerstagabend einer schweren Krankheit
erlag. Tübke gehörte zusammen mit Bernhard Heisig und
dem im April verstorbenen Wolfgang Mattheuer zu den
Begründern der Leipziger Malschule. Mit seinem
umfangreichen Lebenswerk ist Tübke in ganz Europa
bekannt. |
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O-Ton
Werner Tübke: Ich bin kein Agitator.
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Bundespräsident Rau
kondoliert
Tübkes Tod löste Trauer und Bestürzung
aus. Bundespräsident Rau sagte, Deutschland habe einen
der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler verloren.
Der Malstil Tübkes dokumentiere eine ganz eigene Sicht
auf die deutsche Geschichte. Sein Werk sei nicht zuletzt
deshalb in Ost und West umstritten gewesen, weil er sich
intensiv mit seiner Umwelt auseinandergesetzt habe.
Bundeskanzler Schröder schrieb an die Witwe des
Künstlers, Tübke sei ein sensibler und bildgewaltiger
Maler gewesen, vor dessen Leistung er großen Respekt
habe. |
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"Sozialismus in die
Vielfäligkeit der Kunst verwandelt"
Der Hallenser Maler Willi Sitte würdigte
seinen Weggefährten als bedeutenden deutschen Maler.
"Die Kunst war ein wichtiger Gegenstand unserer
Dialoge", sagte der 83-Jährige, der viele Jahre
Präsident des DDR-Verbandes der bildenden Künstler war.
Sachsens Ministerpräsident Milbradt nannte Tübke einen
der produktivsten Künstler der Bundesrepublik. Er habe
mit seinem Stil, einer Transformation altdeutscher
Tafelmalerei und der italienischen Renaissance sowie
Elementen des Surrealismus den sozialistischen Realismus
in die Vielfältigkeit der Kunst verwandelt. |
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Umstrittener
Künstler
In den 60er und 70er Jahren war Tübke
Hochschullehrer und Rektor der Leipziger
Kunsthochschule. Unter den SED-Kulturideologen war seine
Malerei jedoch nicht unumstritten. Tübke verweigerte
sich stets dem in der DDR vorherrschenden
sozialistischen Realismus und malte im Stil
italienischer Meister. Dennoch gab es Vorwürfe, Tübke
sei Staatsmaler gewesen. Mit Werken wie dem Zyklus zur
"Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung", den er
zwischen 1960 und 1961 malte, habe er die Programmatik
der DDR-Obrigkeit unterstützt.
Tübkes
bekanntestes Werk ist das monumentale Panoramagemälde
zum Deutschen Bauernkrieg in Bad Frankenhausen. Das
dortige Panorama Museum zeigt derzeit die Ausstellung
"Werner Tübke - Faszination Mittelmeer". Die Schau
umfasst knapp 100 Arbeiten des Malers aus einem
Schaffenszeitraum von mehr als 30 Jahren. |
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Ausschnitt
aus dem 14 Meter hohen und 123 Meter langen
Panoramabild "Frühbürgerliche Revolution in
Deutschland". | |
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