Kopffoto

St.-Salvatoris-Kirche

Kirchenfenster

Foto:Dieter Schütz / pixelio.de


ICH SCHREIBE ANS CHRISTKIND....

Eigentlich was für Kinder. Aber an wen sollte ich mich sonst wenden?

Liebes Christkind! Ich muss dir etwas gestehen, was ich den schlauen Theologen nicht sagen darf: Ich mag Weihnachten. Ja, wirklich. Die heilige Geburt im Stall. Die Engel. Die leuchtenden Kinderaugen. Die Weihnachtsmärkte, den Glühweinduft und den dampfenden Atem. Sogar die ewiggleichen Melodien, alle Jahre wieder.



Liebes Christkind, wenn es nach den offiziellen Glaubenshütern geht, gibt es dich gar nicht, wusstest du das? Denen ist der ganze Weihnachtsrummel ein Dorn im Auge. Aber ich glaube, es ist anders. Ich glaube, Weihnachten ist in unseren Breiten das wichtigste Fest im Kirchenjahr geworden. Die Adventszeit, Weihnachten, Silvester, Heilige Drei Könige - das umfasst mindestens sechs Wochen, die anders sind als die übrigen im Jahr. Ein wenig verzaubert, verzuckert, verändert. Ein wenig heilig. Es könnte doch sein, dass die Weihnachtszeit so etwas ist wie der Jahressonntag. Nach vielen Wochen Alltag kommen einige Wochen, die Festwochen sind. Und Feste sind immer sein Stück religiös.

Sizilianische Krippe

Foto: Dieter Schütz/ pixelio.de

Weihnachten findet überall statt. Jede Straße, jeder Vorgarten, zahllose Fenster leuchten. Aber irgendwie vermitteln einem die Pastoren ein schlechtes Gewissen und wollen nicht so recht mitfeiern. Weil auch außerhalb der Gotteshäuser Engel rumfliegen? Weil an Weihnachten viele verschiedene Vorstellungen von Gott und der Welt Platz haben? Und vielleicht, weil die sogenannten U-Boot-Christen, die nur zu Weihnachten auftauchen, eine andere Form der Religiosität leben, als diejenige, die in den Kirchengemeinden zuhause ist? Weihnachtszeit, das sei doch alles Kitsch und Kommerz. Und überhaupt, Weihnachten, das sei ja nur die liebliche Geschichte von der Geburt im Stall. Wo bliebe denn da das Kreuz? Das "für uns gestorben"?

Gott wollte leben

Foto: R-by-M.E./ pixelio.de

Liebes Christkind, dabei ist doch Weihnachten das "Christ"fest! Das dürfen wir doch feiern. Psst - ich muss dir noch was schreiben, aber das geht jetzt nur dich was an. Ich glaube, dass in den letzten hundert Jahren etwas passiert ist. Etwas mit der Religion. Und auch mit dem, was man als Christ so glaubt. Während unseren Großeltern die Geschichte von Tod und Auferstehung noch so nahe war, dass sie sagen konnten, ja, da ist mein Leben und Sterben auch mitgemeint, erzählen wir uns heute Weihnachtsgeschichten. Wir erzählen uns Geschichten von einem Gott, der zur Welt kommt. Der zu uns kommt. Wir suchen heilige Momente, religiöse Erfahrungen, Argumente dafür, dass der Himmel offen ist. Und finden sie immer seltener. Deshalb brauchen wir diesen Gott, der heruntergekommen ist. Dass hier unten bei uns, im Stall oder auf den Straßen, Gott zur Welt kommt. Vielleicht sogar erfahrbar. Und wenn es nicht Gott selbst ist - wer weiß das heute schon immer so genau - dann immerhin seine himmlischen Boten, die Türsteher des Heiligen, die Engel. Mit der Botschaft auf den Lippen: "Fürchtet euch nicht!" Ich muss das immer wieder einmal hören.

Während die Theologien und Bekenntnisse aus alter Zeit sehr viel mehr an dem Leben nach dem Tod interessiert waren, scheint man jetzt zu verstehen, dass man darüber herzlich wenig sagen kann. Aber es gibt auch ein Leben vor dem Tode! Ein Leben, das hier und jetzt gefunden oder verfehlt werden kann. Um diese Lebenskunst geht es doch uns Heutigen. Wen wundert es da, dass die Geschichte von der heiligen Geburt, dem Mensch gewordenen Gott, im Zentrum des Glaubens steht! Dass wir die Welt für ein paar Wochen mit Kinderaugen zu sehen versuchen, das heißt doch auch: mit Bedeutung. Mit Sinn. Beseelt. Und begleitet.

Wie gut, dass es da dich gibt, lie-bes Christkind.

Dies schrieb dir in freudiger Erwar-tung und mit lieben Grüßen,

Dein

Christian Kühne-Neumann


Weihnachtskrippe

Foto: Thommy Weiss/ pixelio.de




Die Oberharzer Wasserwirtschaft gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wir liegen mitten drin.

Geschlossen

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weitere Schäden am Mauerwerk

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Neue Öffnungszeiten des Diakonie-Lädchens

Diakonie-Lädchen Clausthal-Zellerfeld Neue Öffnungszeiten beim Diakonie-Lädchen - Es hat sich herausgestellt, dass mehr Öffnungstermine am Nachmittag erforderlich sind, um die „Kundschaft“ besser zu erreichen. Deshalb haben Frau Neumann und Frau Krause schnell reagiert und neue Zeiten eingeführt: Donnerstag: 10 – 12 Uhr und 15 – 18 Uhr , Freitag: 15 – 18 Uhr , An der Marktkirche 3, Eingang von der Schulstraße

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